Törnberichte
Langfahrt 2009
CREW 2 Trondheim – Lofoten - Bodö
vom 26.06. - 10.07.2009
Freitag 26.06.
Die neue Crew mit Dieter Bungert, Dieter Heil, Friedhelm Behnker und Matthias Noske trafen gegen 10:30 Uhr auf der PAMPERO ein. Nach dem Verstauen der persönlichen Sachen war erst einmal Stadtbesichtigung angesagt. Anschließend wurden im nahen Supermarkt Lebensmittel und Getränke für die nächsten Tage eingekauft. Am Abend gingen wir in die Stadt um zu essen und uns noch etwas die Beine zu vertreten.
Samstag 27.06.
Der Hafenmeister wurde über Funk (Kanal 74) angefordert. Nach 10 Min. kam er und schloss uns den Stromkasten auf, damit wir unser Kabel abschlagen konnten. Bei strahlend blauem Himmel legten wir ab. Die nahe Eisenbahnbrücke wurde geöffnet, nachdem wir den Brückenmeister über UKW Kanal 74 gerufen hatten. Draußen versuchten wir zu segeln. Leider spielte der Wind nicht mit, und so musste vorerst die Maschine herhalten. Bald jedoch kam Wind auf und wir kreuzten aus dem Trondheimfjord.
Sonntag 28.06.
Seit Mitternacht liefen wir unter Maschine. Wir nahmen den Weg innerhalb der Schären Richtung Norden. Unser Ziel: Rörvik. Der Wind blies konstant aus NNE. Natürlich die Richtung, in die wir mussten. Kurz vor 12:00 Uhr legten wir eine Angelpause ein. Beim angeln hatte Dieter Bungers als erster Glück und fing eine sehr große Makrele. Bodo zog auch noch einen recht großen Köhler (Seelachs) aus dem Wasser. Nach der Angelpause liefen wir weiter nach Rörvik, wo wir um 17:50 Uhr an der Gästepier festmachten. Strom und Wasser an der Pier, Toiletten und Duschen im Clubhaus. Auch konnten wir im Clubhaus kostenlos das Internet nutzen. Alle Versorgungseinrichtungen wie Supermärkte, Schiffsausrüster und Tankstellen sind vorhanden.
Wir genossen unser Abendessen. Die Makrele wurde in Butter gebraten und als Vorspeise serviert. Der Seelachs filetiert, mit einer Kräutersauce in einer Auflaufform gedünstet, dazu Pellkartoffeln. Es schmeckte allen sehr gut. Die Hurtigrutenschiffe, die nach Norden bzw. nach Süden fahren treffen sich abends hier im Hafen.
Montag 29.06.
Einkaufen im Supermarkt, Wetterbericht aus dem Internet, Wasser und Diesel genommen und um 13:30 Uhr ausgelaufen. Durch den Rödsfjord Richtung N. Unser Ziel: Torghatten. Dort wollen wir das berühmte Loch in der Felswand besichtigen. 
Leider ist der Wind sehr schwach, mit 1-2 Bft.aus Nord – mal wieder aus der falschen Richtung. Der Motor muss uns wieder mal nach Norden bringen. Um 22:30 Uhr waren wir genau auf der Position (1,3 sm SW-lich von Torgatten) von der man das Loch im Berg von See aus sehen kann. Nach der allgemeinen Bewunderung fuhren wir noch 2 sm weiter, um in Moihaven (Torgattenhaven) um 23:40 Uhr an einer Schwimmpier festzumachen. Wir lagen in dem kleinen Naturhafen sehr ruhig. Wasser und Strom auf der Pier.
Dienstag 30.06.
Morgens nach dem Frühstück die Wanderung vom Hafen bis nach Torgatten, dem berühmten Berg mit dem Loch. Nach 3 km erreichten wir den Punkt, wo unser Aufstieg begann. Nach weiteren 20 Min. standen wir im 35m hohen Loch. Von hier hatte man eine wunderschöne Aussicht über die Schären. Um 12:00 Uhr waren wir wieder zurück an Bord und liefen sofort Richtung Norden nach Sandnessjoen aus. Unterwegs wurde noch ein kapitaler Dorsch geangelt. Mit dem am Tage zuvor geangelten Seelachs war unser Abendessen -Reis mit einer Currysauce und gebratenem Fisch- gesichert. Wir machten um 21:00 Uhr fest. Im Hafen waren alle Versorgungsmöglichkeiten vorhanden.
Mittwoch 01.07.
Für Friedhelm ist heute ein wichtiger Tag – er ist nämlich nun im Ruhestand. Nach der Gratulation wurden Wasser und Lebensmittel gebunkert und wir liefen aus zum Polarkreis. Der Wind war sehr launisch. Von null bis schönen 4 Bft innerhalb von 5 Min. aus W-WSW machten uns das Seglerleben nicht leicht. Abwechselnd Segel setzen, Segel bergen war angesagt. Die kleine Insel Vikingen, wo die Polarkreisbarke draufsteht, erreichten wir unter Segel um 19:20 Uhr. Wir ließen den Anker fallen und mit dem Dingi ruderten wir an Land. Bei der Polarkreisbake war die übliche Polarkreistaufe fällig. Friedhelm kredenzte der Crew einen exzellenten Single Malt Whisky. Anschließend genossen wir noch einen trockenen Spätburgunder von der Nahe. Dieter hatte Urkunden vorbereitet und jedes Crewmitglied erhielt vom Skipper die Urkunde. Um 20:30 Uhr nahmen wir den Anker auf. Der Polarkreis 66° 33,483'N wurde um 20:55 Uhr überquert. Die Fahrt ging weiter und um 23:10 Uhr erreichten wir Vägaholmen. An einem kleinen Schwimmsteg machten wir fest. Der Grill wurde angemacht und um Mitternacht wurde gegessen. Es war ja noch hell!
Donnerstag 02.07.
Am Steg gab es Wasser und Strom, und im Supermarkt wurden die Vorräte ergänzt. Um 11:00 Uhr liefen wir aus in Richtung Lofoten. Aufgrund mangeldem Wind, Bft. 1-2 aus NNE liefen wir unter Maschine, den ganzen Tag! Am Nachmittag wurde kurz geangelt. 3 mittelgroße Lumpen, die am folgenden Abend hervorragend schmeckten. Am späten Nachmittag sahen wir die majestätischen Berge der Lofoten aus dem Dunst aufsteigen. Der Strom nahm zu, ca.1 - 1,5 km gegenan. Gegen 23:00 Uhr sahen wir einen Wal - wahrscheinlich ein Pottwal. Am nächsten Tag bestätigte ein dänisches Seglerpaar, das sie ihn auch gesehen hätten. Wir steuerten weiter auf die Insel Moskenesö zu. Die westlichsten Insel Röst und Vaeröy steuerten wir bewusst nicht an, da die Strömungsverhältnisse - bis zu 8 kn - sehr stark sein sollten.
Freitag 03.07.
Morgens um 04:40 Uhr machten wir in "Ä" fest. Ä ist der westlichste Ort von Moskenesö. Wir besichtigten den Ort mit dem kurzen Namen. Im Ort befindet sich das Stockfischmuseum, auch sonst sieht der Ort aus wie ein Museum. In den Fensternischen einer Fabrik nisteten die Möwen, und nach diesen roch es auch gewaltig. Nach dem Rundgang legten wir um 05:55 Uhr wieder ab und liefen in östlicher Richtung nach Reine. In Reine, auch auf der Insel Moskenesö, machten wir um 07:20 Uhr fest. Der Ort liegt sehr idyllisch, eingebettet von hohen Bergen. Wir frühstückten in
Ruhe. Da keine sanitären Einrichtungen vorhanden waren, legten wir um 09:20 Uhr wieder ab. Zuvor gab uns ein freundlicher norwegischer Segler den neuesten Wetterbericht. Wir liefen jetzt zum dritten Hafen an diesem Tag aus und zwar in den Nusfjord, wo wir dann auch über Nacht blieben. Im Nusfjord machten wir 12:40 Uhr an einer Schwimmpier fest. Ein wahrlich idyllischer Ort!! Der Ort wurde zum europäischen Museumsdorf erhoben. Dementsprechend viele Touristen sind im Ort. Im Informationsbüro entrichteten wir die Hafengebühr von 150,-NK. Im Internet erhielten wir die neusten Wetterinformationen. Versorgung, sanitäre Einrichtung und Diesel waren vorhanden. Gegen 20:00 Uhr wurde es merklich ruhiger im Ort. Nur noch die Urlauber, die in den Rorbuer Hütten (ehemalige Fischerhütten) übernachten, und die Wohnmobilurlauber waren im Ort.
Samstag 04.07.
11:00 Uhr auslaufen. Unter Segel verließen wir den Hafen unter den Blicken vieler Beobachter. Das Wetter wurde immer besser und 2 Std später hatten wir das schönste Segelwetter. Wir segelten entlang der Lofoten in Richtung Osten. Die Bergketten mit den schroff abfallenden Felsen und teilweise noch mit Schneefeldern. Einfach nur grandios! Um 16:30 Uhr machten wir in Stramsund an einer Schwimmpier bei einer Gaststätte fest. Wasser und Strom auf der Pier, Supermarkt 100 m entfernt, sanitäre Einrichtung mit Waschmaschine o.k. Nach dem Abendessen an Bord bummelten wir durch den Ort. Hier und dort konnte man noch Unterstände und Bunker aus dem 2. Weltkrieg betrachten. Nach dem Rundgang tranken wir im Restaurant noch ein Bier und ließen den Tag ausklingen.
Sonntag 05.07.
Das Wetter war nicht berauschend. Kurz vor dem Auslaufen um 10:30 Uhr nieselte es, der Wind aus NNE blies mit 18 - 21 km. Mit 2. Reff im Groß und etwas verkleinerter Genua liefen wir hoch am Wind Richtung Osten. Das Wetter wurde immer besser. 2 sm vor unserem Tagesziel – Nyvägar - legten wir eine Angelpause ein. Matthias angelte seinen 1.Fisch, einen ordentlichen Dorsch. Anschließend noch 2 kleinere Köler. Bodo fing einen Lumb. Das war unser Abendessen für den nächsten Tag. Nachdem wir in Nyvägar festgemacht hatten, ging Matthias bei frischen 14°C Wassertemperatur schwimmen. Die sanitären Anlagen im Hafen waren super. Strom und Wasser auf der Pier. Restaurant mit Pub vorhanden. Einkaufen nicht möglich. Ein kurzer Besuch im Pub und wir gingen an Bord.
Montag 06.07.
Von Nyvärgar nach Svölvär, eigentlich nur ein kurzer Weg von 4 sm. Da wir noch etwas angeln wollten liefen wir weiter raus, in tieferes Gewässer. Außer einem schönen Köhler von 70 cm wurde nichts gefangen. Um 13:45 Uhr machten wir in Svolvär im Stadthafen fest. Nur Wasser und Strom auf der Pier. Keine sanitären Einrichtungen vorhanden. Die "Hauptstadt der Lofoten" mit 4000 Einwohnern hat einen kleinen städtischen Flair. Supermarkt, Einkaufscenter und vieles mehr. Da unser Weinvorrat zu Ende ging, kauften wir im Alkomarkt, zu einem sehr teuren Preis, einen drei Liter Kanister Wein, der auch gut zu genießen war. Abends an Bord gab es einen leckeren Salat - von Dieter Heil zubereitet, Bodo briet die geangelten Fische. Dazu gab es Kartoffeln und eine Senfsauce. Lecker!!!
Dienstag 07.07.
Heute sollte es zu unserem nördlichsten Punkt gehen - in den Trollfjord. Wir nahmen nochmals Wasser und ergänzten die Verpflegung. Um 10:30 Uhr legten wir ab. Erst unter Segel, Später mal wieder unter Motor. Um 14:45 Uhr liefen wir in den Trollfjord ein. Sehr beeindruckend - die steilen Felswände die senkrecht aus dem Wasser aufsteigen. Auf den Berggipfeln noch Schneefelder. Wasserfälle, die in Tiefe stürzen. Auf der Position 68° 21,94' N und 014° 56,91' E schrieben wir unseren Schiffsnamen und das Datum an die Felswand. Wir machten an einem Steg am Ende des Fjordes fest, um diese „Verewigung“ mit einem kleinen Getränk zu würdigen. Beim Auslaufen aus dem Trollfjord kam uns eine norwegische Segelyacht entgegen. Man rief uns zu, dass gleich ein Schiff der Hurtigroute kommen würde und wir uns das Wenden des Schiffes im engen Fjord ansehen sollten. Wir liefen zurück, um uns das Schauspiel anzusehen. Kurz darauf kam die Finnmark - ein Schiff der Hurtigroute - in den Fjord. Vor unserem Schiffsnamen an der Felswand drehte sie. Die Passagiere fotografierten uns und den Schiffsnamen am Felsen. Wir natürlich fotografierten die Finnmark bei ihrem Manöver. Danach verließen wir den Trollfjord um in 3 sm Entfernung an einer kleinen Schwimmpier in Digermulen für die Nacht festzumachen. Am Abend wurde bei schönstem Wetter gegrillt. Gemüse, Fleisch und Fisch, dazu noch etwas Wein. Nach dem Grillen ein kleiner Spaziergang. Zurück an Bord erzählte uns ein Norweger, dass oben auf dem Berg eine wunderschöne Aussicht auf die Mitternachtssonne wäre. Sogar Kaiser Willhelm II sei zwei mal dort oben gewesen. Daher der Name: Kaiserberg. Die Crew machte sich um 23:30 Uhr an den Aufstieg. Nach knapp einer Stunde war sie oben. Eine wunderschöne Aussicht auf die Lofoten und auf die Inseln ringsherum. Die Sonne berührte nur kurz den Horizont und stieg anschließend wieder auf. Neben den beiden Gedenksteinen für Kaiser Willhelm stand eine alte Munitionskiste, in der Kugelschreiber und ein Gästebuch lagen. Die PAMPERO Crew verewigte sich am 08.07.09 um 00:52 Uhr in diesem Buch. Kurz nach 02:00 war die Crew zurück an Bord. Bodo konnte diesen Ausflug leider nicht genießen, da er sich am Nachmittag am Bein verletzt hatte.
Mittwoch 08.07.
Bei strahlend blauem Himmel verließen wir den kleinen Steg. Wir liefen einen Kurs von 200°. Der Wind war schwach. Am Ausgang des Raftsundes wurde nochmals geangelt. Der Erfolg stellte sich schnell ein. Ein prächtiger Lumb von 75 cm und ein etwas kleinerer Köhler. Der Wind drehte auf NNE. Der kleine Spinnaker wurde gesetzt, und eine gemütliche Fahrt nach Heloessund stand uns bevor. In Heloessund machten wir um 22:30 Uhr im Sportboothafen fest. Bis weit nach Mitternacht saßen wir im Cockpit und genossen den Sonnenuntergang/-aufgang. Es war wieder einmal ein besonderes Erlebnis.
Donnerstag 09.07.
Auslaufen um 09:00 Uhr. Unser letzter Schlag nach Bodö. Etwa 30 sm lagen vor uns. Leider kein Wind. Die Sonne meinte es sehr gut mit uns. Ein richtiges Hochsommerwetter. Um 10:45 Uhr setzte eine schwache Brise ein, die Segel wurden gesetzt und unser letzter gemeinsamer Segeltag war perfekt. Die Sicht war hervorragend und wir konnten die Lofoten noch einmal von weitem bestaunen. Um 15:35 Uhr machten wir in Bodö fest. 507 sm wurden mit dieser Crew zurückgelegt. Das Boot wurde aufgeklart und gereinigt. Abends gingen wir in ein nahe gelegenes Restaurant und genossen den letzten gemeinsamen Abend in Norwegen.
Zuletzt aktualisiert am:
08.02.10
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